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Das byzantinische Athen

Das byzantinische Athen schloss sich nahtlos an die Zeit der römischen Besatzung an. Zwischen 580 und 1453 n. Chr. entstand über fast 1000 Jahre eine Herrschaft, die mit der nahezu vollständigen Zerstörung der Stadt Athen begann. Zeitweilig gehörte Griechenland mit Athen zum Königreich Bulgarien. Im Laufe der Zeit wurde Griechenland ein fester Teil des byzantinischen Reiches, was sich zum Beispiel durch die, in Athen geborene, byzantinische Kaiserin Irene äußert, die im 8. Jh. n. Chr. regierte.

Die Zerstörung der Stadt Athen durch die Byzantiner ist ein Wendepunkt in der Entwicklung der Stadt. Sämtliche Zeugnisse des antiken Athens werden zerstört und eine neue Zeitrechnung für die Stadt und das alte Griechenland beginnt. Griechenland hört zum Teil als eigenständiger Staat auf zu existieren und wird dem byzantinischen Reich, später dem osmanischen Reich eingegliedert.

Kulturgeschichtlich ist die Zeit für Athen besonders prägend. Das Reich Byzanz bringt vor allem die Kunst und Architektur ins Land. Somit wird die Bevölkerung mit der Religion der Byzantiner und ihren reich geschmückten Ikonen ebenso konfrontiert, wie die Städte durch byzantinische Baukunst bereichert werden. Da die antiken griechischen und römischen Gebäude durch den Eroberungszug der Byzantiner größtenteils zerstört worden waren, begann die Zeit des Wiederaufbaus nach byzantinischem Stil. Dies betraf nicht nur Profanbauten und Wohnhäuser, es galt vor allem für die Kirchen, die nun dem neuen Glauben entsprechend errichtet wurden. Von den heiligen Städten der Antike, wie der Hadriansbibliothek oder der Akropolis blieben nurmehr Ruinen für das Gedenken der Menschen in Athen übrig.

Die Kunst und Kultur des byzantinischen Reiches ersetzt im Laufe der Jahrhunderte die Errungenschaften der Kultur des antiken Athens. Dies ist vor allem anhand der vielen byzantinischen Sakralbauten, wie Kirchen und Klöster, zu sehen, die es in Athen und auch im byzantinischen Griechenland gibt.

Den Bruch, den die Besetzung durch Byzanz auf die griechische Kultur gehabt hat, wird heute im Byzantinischen Museum in Athen sehr anschaulich dokumentiert. In einer Villa gelegen, kann man hier zum einen die Relikte jener Zeit in Form von Ikonen und religiösen Schriften nachvollziehen. Auch einen historischen Abriss der Ereignisse und der Auswirkungen auf das kulturelle Erbe und das Leben der Menschen im byzantinischen Athen wird hier anschaulich dokumentiert.

eute gehört die Herrschaft Byzanz zum historischen Gedächtnis der Athener wie selbstverständlich dazu. Gebäude, Kirchen und Bildnisse, die in dieser Zeit entstanden sind, werden als nationales Kulturgut verstanden und historisch in die Riege anderer Zeiten, wie der hellenistischen und römischen Zeit eingegliedert. Auf die byzantinische Herrschaft, die auch einen Kreuzzug mit einschloss, folgte eine 400jährige osmanische Herrschaft, nachdem das byzantinische Reich im Osmanischen Krieg vollständig an dieses Volk gefallen war.