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Das römische Athen

Waren die Griechen durch die hellenische Zeit schon ein sehr fortschrittliches und für die damalige Zeit modernes Volk, so wurde dies durch die Besetzung der Römer verstärkt. Die Römer haben in Athen einen sehr bleibenden Eindruck hinterlassen. Dies vor allem deshalb, da die Zeit des römischen Athens die Zeitspanne von 146 v. Chr. bis 580 n. Chr., also über 600 Jahre, umfasste.

Dabei ist die Eroberung Athens nicht ohne Schwierigkeiten für die Römer verlaufen und auch die Durchsetzung ihrer Gesetze und ihrer technischen Errungenschaften ging in Athen nur schleppend vor sich. Erst 86 v. Chr. gelang es Sulla, die Stadt Athen einzunehmen. Anders als die Feldherren und Kaiser nach ihm, wurde die Stadt jedoch von ausgedehnten Plünderungen heimgesucht. Der Fortschritt, den die Stadt durch die Römer genießen konnte, wurde erst später durch Kaiser wie Augustus oder Hadrian, vollzogen.

Kaiser Augusts war es, der zum Beispiel die römische Agora errichten ließ. Sie war dem römischen Vorbild eines Forums nachempfunden und wurde als Marktplatz genutzt. Noch heute kann man im Zentrum Athens, in der Athener Altstadt Plaka, die Ruinen der Agora sehen. Die Römische Agora ist somit ein Beispiel, wie die Symbiose zwischen römischer und griechischer Architektur zusammen wirken konnte. Selbstverständlich sind Bauwerke wie die Agora und noch einige andere Bauwerke, die in der Zeit der Römer entstanden, ein Versuch, das römische Leben und die Kultur der Römer nach Griechenland zu bringen. Da beides jedoch alte Kulturen waren, vollzog sich eine Verschmelzung der beiden, die zu beiderseitigem Vorteil gereichte.

Die Entwicklung, die die Stadt Athen in der Zeit der römischen Herrschaft nahm, wurde durch Kaiser Hadrian noch ausgebaut. Er machte es sich zur Aufgabe, vor allem die wissenschaftlichen Anlagen der Stadt auszubauen und die Wissenschaft zu fördern. Ein sehr markantes Zeichen für dieses Vorhaben ist die von ihm begründete Hadriansbibliothek. Ein weiteres Beispiel, von dem jedoch heute nur noch ein einziges Bauwerk, das Hadrianstor, übrig ist, ist die Hadriansstadt, die er errichten ließ. Die Hadriansbibliothek, deren Ruinen heute die Plaka dominieren, galt als eine der größten Bibliotheken ihrer Zeit.

Anders als in anderen Bereichen der Welt, versuchten die wenigsten römischen Kaiser, das religiöse Leben der Griechen zu ändern. So war im römischen Athen der Götterglaube der Griechen nahezu unangetastet. Als Beispiel mag der Tempel dienen, den wiederum Kaiser Hadrian zu Ehren des Gottes Zeus errichten ließ. Doch selbstverständlich haben die Römer auch sichtliche Spuren ihrer eigenen Kunst und Kultur in Athen hinterlassen. Davon zeugen die vielen Fundstücke von römischer Baukunst, die man in der ganzen Stadt sehen kann.