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Das Hephaisteion in Athen

Das Hephaisteion. Das Hephaisteion.

Im Laufe der Geschichte hat der Hephaisteion Tempel in Athen schon viele Namen besessen. Unter anderem wurde er eine ganze Weile als Theseum bezeichnet, weil die Bewohner Athens zu jener Zeit der Ansicht waren, hier die Begräbnisstätte des Gottes Theseus vor sich zu haben. Der Tempel des Hephaistos ist einer der am besten erhaltenen antiken Bauwerke in Athen und befindet sich im Westen der Agora. 1834 wurde das Hephaisteion zum Nationalheiligtum erklärt und diente zeitweilig als Vorgänger des Nationalmuseums von Athen.

Bei Ausgrabungen wurden in der Tempelanlage Utensilien gefunden, die man als Opfergabe deuten kann. Diese Opfergaben zeigten den Forschern eindeutig, dass es sich bei dem Tempel um ein Heiligtum zu Ehren des Gottes Hephaistos handelte. Der Gott Hephaistos war der Gott des Feuers und des Schmiedehandwerks und ist laut der griechischen Mythologie ein verstoßener Sohn von Hera und Zeus. Das Hephaisteion wurde von 449 v. Chr. bis 430 v. Chr. erbaut und dann 15 Jahre später dem Gott Hephaistos geweiht.

Das Hephaisteion von der Seite. Das Hephaisteion von der Seite.

Auch wenn der Tempel heute nur noch in Ruinen vorhanden ist, so kann man hier doch die Baukunst des antiken Griechenlands sehr gut nachvollziehen. Der gut erhaltene Bau lässt sich eindeutig in einen Außen- und in einen Innenbereich gliedern. Besonders gut zu erkennen sind der Unterbau aus Kalkstein und der eigentliche Tempelaufbau aus Marmor. Für den Bau des Tempels wurden hier parischer und pentelischer Marmor verwendet, die aus Paros bzw. Attika stammen.

Der sehr gut erhaltene Außenbereich ist als Ringtempel gestaltet worden, besonders bemerkenswert sind die Fresken oberhalb der Säulen. Insgesamt besteht der Außenbereich des Hephaisteion aus 38 Säulen. Im Osten und an der Langseite des Außenbereichs kann man heute noch die als Metopen bezeichneten Friese aus der Antike bewundern. Die beiden anderen Seiten wurden bewusst ohne Verzierung gelassen. Die Friese zeigen zum einen die Heldengeschichte des Herakles und zum anderen Bilder aus dem Leben des Theseus. Obwohl der Außentempel heute in purem Stein erscheint, waren Teile des Tempels zur Zeit der Antike bunt bemalt und zudem noch mit einigen Wasserspeiern ausgestattet, die heute nicht mehr erhalten sind.

Säulen des Hephaisteion. Säulen des Hephaisteion.

Der Innenbereich des Hephaisteion in Athen besteht ebenfalls aus Säulen, die oberhalb interessante Skulpturen aufweisen. Insgesamt besteht der Innenraum des Tempels aus 28 Säulen. Die Seitenwände, die heute sehr schlicht erscheinen, waren in der Antike ebenfalls bunt bemalt. Im Gegensatz zu anderen Tempelräumen in Athen ist der Innenbereich des Hephaisteion sehr gut erhalten. Dies liegt sehr wahrscheinlich darin begründet, dass dieser heilige Bereich als byzantinische Kapelle genutzt wurde und deshalb die Steine nicht zu Bauarbeiten entfernt wurden.

Der Tempel ist umgeben von einer großen Ausgrabungsebene. Hier wurden bei Ausgrabungen Utensilien gefunden, die darauf schließen lassen, dass der Außenbereich der Tempelanlage in der Antike als eine Art Garten genutzt worden sein könnte. Die Besichtigung des Tempels, in dem früher archäologische Fundstücke präsentiert wurden, die man heute in einem anderen Museum besichtigen kann, ist daher nicht aufgrund des Tempels interessant, sondern auch, um ein genaueres Bild über das tägliche Leben im antiken Griechenland zu erhalten. Der heute dort vorhandene Hain um das Hephaisteion zeigt in Grundzügen das damalige mögliche Aussehen dieses Gartens.